FRANKFURT: Radeberger täuscht angeblich Verbraucher mit falschen Corona-Flaschen
Deutschlands größte Brauerei-Gruppe verkauft angeblich Einwegflaschen der Marke Corona Extra, deren Abgang aus dem Portfolio droht. Gerüchten zufolge sollen diese rechtswidrig als umweltfreundliche Mehrwegflaschen vermarktet werden. Recherchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Mexiko widerlegen demnach Behauptungen von Radeberger, dass in Deutschland vertriebene Corona-Flaschen – immerhin steht die Marke hierzulande für rund 40.-50.000 hl – wiederbefüllt werden.
Bei Testkäufen in verschiedenen Lebensmittel- und Getränkemärkten war der DUH aufgefallen, dass keine der erstandenen Corona Extra-Flaschen bei der Wiederbefüllung entstehende Schleifspuren aufwies, wie sie für Mehrwegflaschen typisch sind. Statt einem Einwegflaschenpfand in Höhe von 25 Cent erhebe Radeberger aber unberechtigt nur 8 Cent Mehrwegflaschenpfand. Darüber hinaus erschleiche sich die größte deutsche Brauereigruppe zu Lasten ehrlicher Mehrweg-Brauereien durch die angeblichen Mehrwegflaschen einen erheblichen Verkaufsvorteil von über 4 Euro pro Bierkasten, so die Vorwürfe.
DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert einen sofortigen Stopp der „Verbrauchertäuschung“ und Abschöpfung des über die Jahre erzielten Gewinns in Millionenhöhe sowie eine strafbewährte Unterlassungserklärung abzugeben und die Irreführung sofort zu beenden. Laut Resch ist von allen bisher bekannt gewordenen Täuschungsversuchen in der Getränkeindustrie der Fall Radeberger der “mit Abstand dreisteste”.
Auf Nachfrage der Verbraucherschutzorganisation habe die Radeberger Gruppe geantwortet: „Sämtliches an uns zurückgegebenes Leergut der in Deutschland in Verkehr gebrachten Flaschen der Marke Corona Extra wird auf demselben Weg von Deutschland über Antwerpen nach Mexiko zu den Brauereien der Grupo Modelo zurücktransportiert. Die Flaschen werden dabei stets in Kunststoffkisten transportiert, was eine ordnungsgemäße Behandlung und Verarbeitung ermöglicht”.
Am 8. Juni 2012 teilte die Gruppe Modelo dagegen mit, dass die leeren Flaschen nicht nach Mexiko zurückgeschickt werden, sondern im Importland bleiben. Laut einer der Redaktion vorliegenden Stellungnahme der Radeberger Gruppe entbehren die Vorwürfe der DHU jeder Grundlage und seien falsche Informationen. Die zitierte Aussage der Geschäftsleitung der Grupo Modelo in Mexiko sei nicht richtig, das habe die Grupo Modelo noch einmal bestätigt. Die Radeberger Gruppe habe alle Voraussetzungen geschaffen und umgesetzt, um für Corona Extra einen Mehrwegkreislauf zu etablieren und investiere auch jedes Jahr hohe sechsstellige Beträge, um das aufwendige Mehrwegverfahren aufrechtzuerhalten. Was das Stichwort „Gebrauchsspuren auf den Flaschen“ betrifft, vertrete Corona Extra im deutschen Biermarkt einen eindeutigen Premiumanspruch. Daher setze der Markenhalter für Deutschland ausschließlich Neuglas ein. Der Vertragspartner habe zudem bestätigt, dass die aus Deutschland rückgeführten Flaschen wiederbefüllt werden, dann aber nicht zwangsläufig in Deutschland, sondern in anderen Märkten wiederverwendet werden.
Nach der frischen Übernahme der Modelo-Gruppe durch Anheuser-Busch Inbev werden ohnehin die Karten jetzt neu gemischt. (Quelle: www.infodienst.de)
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